Bausparen
In Österreich gibt es nur 4 verschiedene Bausparkassen:
- Allgemeine Bausparkasse der Volksbanken
- Bausparkasse Gemeinschaft der Freunde Wüstenrot
- Bausparkasse der österreichischen Sparkassen
- Raiffeisen Bausparkasse Ges.m.b.H.
Egal bei welchem Drittanbieter (Banken oder Versicherungen) Sie ihren Bausparvertrag abschließen, die Abwicklung erfolgt über eine der 4 oben genannten Bausparkassen.
Warum Bausparen?
- Weil der Staat das Bausparen mit einer Bausparprämie fördert. Diese liegt im Bereich zwischen 3% und 8% der Einzahlungssumme. Diese Prämie gibt es nur bis zu einer Einzahlungssumme von jhrl. 1.000 Euro / mtl.83,33 Euro. Alle Einzahlungen über 1000 Euro pro Jahr werden nicht zusätzlich vom Staat gefördert. Die Prämie wird einmal jährlich im Nachhinein gutgeschrieben.
- Weil jeder Anspruch auf eine Bausparprämie hat, der die Vertragsbedingungen erfüllt - unabhängig vom Alter, Einkommen und Familienstand.
- Durch die Bausparzinsen und Bausparprämie erzielt der Anleger einen höheren Ertrag.
- Weil die Darlehenszinsen derzeit maximal 6% betragen dürfen. Je nach Bauspartarif und Bausparkasse gibt es heute sehr viele verschiedene Tarif- und Rückzahlungsvarianten.
Welche Nachteile hat Bausparen?
Der Zinssatz, den Sie für ihr Erspartes bekommen ist vom Referenzzinssatz (in diesem Fall EURIBOR) abhängig. Vereinfacht gesagt, stellt dieser den Zinssatz dar, den Banken für Geld zahlen müssen, wenn sie es sich bei einer anderen Bank ausleihen. Abhängig vom Bausparvertrag sind die Zinsen meistens nur im ersten Jahr fix und werden danach an den jeweiligen Referenzzinssatz angepasst, danach beginnt die bittere Realität, die dann so aussieht:
Folgendes Beispiel: Euribor 4,5%, Bausparkassenabschlag 1%, Prämie 3,5%, Inflation 2,2%
| EURIBOR | 4,5% |
| abzüglich Abschlag | -1% |
| = 3,5% | |
| abzüglich KEST 25% | - 0,875% |
| entspricht dem Effektivzinssatz | = 2,625% |
| plus Prämie bei 1000 EURO Einzahlung | +3,50% |
| = 6,125% | |
| abzüglich Inflation | -2,2% |
| entspricht dem Realzinssatz | = 3,925% |
Dieses Rechenbeispiel bezieht sich nur auf das 1. Jahr. Dadurch erscheint der Zinssatz von fast 4% als relativ hoch. Da die Prämie jedoch auf die jährliche Einzahlung bezahlt wird und nicht auf das Gesamtguthaben, fällt sie im Auszahlungsjahr (nach dem 6. Jahr) kaum mehr ins Gewicht.
Wenn man jetzt Bausparen genauer betrachtet, bleibt zu erkennen, dass unterm Strich nicht so viel übrig bleibt, wie zunächst angenommen. Bei einer mittelfristigen Bindung von 6 Jahren reicht der Bausparvertrag gerade noch aus um Ihr Geld inflationsgeschützt anzulegen, was aber mit Geldvermehrung relativ wenig zu tun hat.
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